Landschaftspflege ist ein zentraler Bestandteil des Naturschutzes und entscheidend für den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Diese hat eine lange Geschichte und ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Region verknüpft. Traditionelle Nutzungsformen wie die Schafhaltung sowie historische Einflüsse durch Industrialisierung und Eisenverhüttung, etwa im Raum Königsbronn, haben die heutigen Landschaftsbilder mit gestaltet.
Im Frühjahr dieses Jahres konnten an zwei Einsatztagen mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wichtige Pflegemaßnahmen auf den Heideflächen im Bereich der Bergrettungswache Kaltes Feld durchgeführt werden. Dabei wurde insbesondere der Bereich der sogenannten „Mulde“ (ehemalige Skipiste) umfassend von aufkommenden Sträuchern befreit.
Insgesamt leisteten die Beteiligten rund 100 Arbeitsstunden. Neben der Freistellung der Flächen wurde auch das angefallene Schnittgut vollständig abtransportiert. Eine körperlich anspruchsvolle, aber notwendige Arbeit, um die Offenlandbereiche langfristig zu erhalten.
Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigt ein erfreulicher Fund am Rande der Heide: Ein aufmerksamer Teilnehmer entdeckte eine kleine Population der Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum). Diese bislang für die Fläche nicht dokumentierte, stattliche Orchideenart gilt als wärmeliebend und hat sich in den vergangenen Jahren in Baden-Württemberg zunehmend ausgebreitet. Sie wird inzwischen nicht mehr als gefährdet eingestuft und gilt als Profiteur veränderter klimatischer Bedingungen.
Der Fund dieser an magere, kalkreiche Standorte gebundenen Art unterstreicht die Bedeutung kontinuierlicher Landschaftspflege für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt in unserer Region.
© Text und Bilder: Tobias Fuchs, DRK-Bergwacht Schwäbisch Gmünd